Tödlicher Designfehler?

Die wenigsten Fahrer in Deutschland dürften ein Fahrzeug mit Automatik fahren.

Aber auch bei der manuellen Schaltung merkt man von Fahrzeug zu Fahrzeug Unterschiede beim Schaltvorgang.

Man sieht es ja an der Titelgrafik: eine Norm ist das nicht.


Bei der Automatikschaltung gibt es die Stellungen:

P = Park
R = Reverse
N = Neutral
D = Drive

L = Low

S = Sport

M = Manual

Da stellt sich mir direkt die Frage: WARUM?

Warum Automatik überhaupt weiterhin mit Schaltknüppel?

War dies der Versuch, das neue Automatik an das bestehende Manuell anzupassen?

Den Benutzer langsam daran gewöhnen, könnte die Ursache gewesen sein.

Es wären auch Tasten, Drehregler, Kippschalter ... möglich gewesen. Aber man ist beim alten Stil geblieben.

Das ganze hat sich über Jahre dann auch so gehalten. Und jede Schaltposition hat ein gewisses Feedback. Man rutscht nicht einfach so durch.

Und wenn ich in einer Position bin, bleibt der auch da.

Bis Chrysler etwas geändert hat. Um fair zu sein, hat es ZF erfunden. Den Monostable-Shifter.

Wie wäre es, wenn ich nach dem Umstellen nicht wieder in Drive müßte? Oder in Neutral? Eine automatische Rückstellung für die Automatik!

Und dieses Feedback war doch eh immer im Weg.


Die Zuständige Behörde für Sicherheit im Straßenverkehr in den USA schrieb dazu:


...operation of the Monostable shifter is not intuitive and provides poor tactile and visual feedback to the driver, increasing the potential for unintended gear selection.


Was kann da schief gehen?


Anton Yelch ist tot.

Und ich würde nicht behaupten, dass es ein Benutzerfehler war, als er routiniert dachte, dass er seinen Chrysler auf P gestellt hat.

Dieser stand auf N. Und hat ihn überrollt.


Chrysler hatte zu dem Zeitpunkt bereits sehr viele Fälle dieser Art. Wenn auch keinen tödlichen.

Es gibt sogar YouTube-Anleitungen von Chrysler. Für eine Automatik-Schaltung!


Wir haben also eine Designänderung. Das ursprüngliche Feedbacksystem wurde abgeschafft und reduziert auf fast rein optisch über Kontrollleuchten.

Gerade das Feedback, der Widerstand ist es, was im Muskelgedächtnis hängen bleibt. Man kennt es selber, wenn man von Wagen A auf Wagen B umsteigt.

Wenn man ins Auto steigt, übernimmt doch 95% das Muskelgedächtnis. Wann war das letzte mal Schalten ein bewußter Vorgang? Oder Aussteigen aus dem Auto.

Und jetzt ist es eine Schaltung mit deutlich geringerem Feedback. Ob ein oder zwei oder auch drei Stellungen muss erst wieder neu gelernt werden.

Und es fehlt ein automatisches zurückschalten auf P, wenn das Auto geöffnet wurde und man nicht auf der Bremse steht.

Oder eine automatische Handbremse, wie man sie von anderen Fahrzeugen kennt.


Um damit wieder zum Anfang zu kommen: das Design hätte man schon bei der Einführung der Automatik nicht verwenden müssen.

Und beim monostable-shifter wurde an der Bedienung nichts geändert, aber an dessen Funktion. Und das ist zu wenig gewesen.

Bei einem solchen Eingriff hätte auch das Design geändert werden müssen. Auch radikal-neu wäre besser gewesen als auf dem alten stehen zu bleiben.

Eine neue Idee in einem alten Design gekoppelt an alte Gewohnheiten.


Die ganz neuen Chrysler haben das wohl nicht mehr.

Für die vorherigen gab es nie eine echte Lösung.








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