Alien Chestburster Fossil

  • Als erstes spannenderes Projekt zum Thema Zement hatte ich mir etwas mit mehr Popkultur überlegt.

    Den Chestburster aus Alien als Fundstück / Fossil.

    Das Ding ist dann später sogar in einer Kleinstserie gefertigt worden, wodurch ich die Gelegenheit bekommen habe, auch mal mit richtigem 2K Silikon zu arbeiten.


    Das erste Ergebnis war optisch schon cool, aber noch nicht mein Ziel eines Fossils.




    Das ist aus einem Guss ohne Nachbearbeitung. Letzten Endes ist da Tee, schwarzes Pigment und Sand als Oberfläche zu sehen.

    Das ganze "drumherum" ist von Hand in den Sand gedrückt. Es wirkt schon, aber das Alien sieht etwas aufgeklebt aus.

  • Als nächstes habe ich dann mit den Oberflächen herumexperimentiert.

    Die Form an sich ist aus dem 3D-Druck. Die Abformung war hier noch mit einfachem Baumarktsilikon gemacht worden.

    Das funktioniert für Einzelstücke bis vielleicht 3 Abzüge auch wirklich gut.

    Ich habe auch Anleitungen gefunden, bei denen Maismehl mit in das Silikon gegeben wird, um es knetbar zu machen.

    Probiert habe ich das aber nie.


    Hier ein Zwischenergebnis.


    Die Details sind weniger ausgearbeitet. Aber der Objektrand vom Motiv zur Umgebung ist noch zu deutlich.

    Im Vergleich zum ersten Modell aber schon eher das, was ich erreichen wollte:


    Diese tiefen Furchen sehen hier spannend aus. Sind aber noch ein paar Tagen genau dort gebrochen.

    Auch hier ist die Umgebung um das Alien noch von Hand in den Sand geformt. Da es an dem morgen sehr warm war, ist der Zement zu schnell erstarrt.

    Und damit kamen dann die Furchen und die Probleme.

    Optisch aber schon nah drann.

  • Auf der Basis habe ich dann ein instructable veröffentlicht:

    https://www.instructables.com/id/Alien-Chestburster-Fossil/


    Und es ist mein erstes Projekt, welches nachgebaut wurde:


    Die Idee mit dem Rahmen und der Notiz ist wirklich erstklassig. Next Level.


    Davon angespornt und den ständigen Nachfragen im Kodinerds Forum nachgebend, habe ich mich für eine Serie von 10 Stück entschieden.

    Das will dann auch geplant werden:


    • Die Form muss komplett sein. Also auch die Umgebung, da es nicht möglich ist, jede von Hand zu Formen
    • ein neuer 3D-Druck mit "Umgebung"
    • Silikonform aus 2K-Siikon
    • Gußform, die zehn mal wiederverwendet werden kann
    • gutes, gleichmäßiges Mischungsverhältnis
      und ein Arbeitsplan

  • Für den 3D-Druck habe ich eine Landkarte mit dem Chestburster kombiniert.

    Das ganze in Meshmixer und in Simplify.

    Kurz gesagt: das macht keinen Spaß damit. Aber ich habe mein Ziel erreicht:


    Der "Stand" links wurde dann vor Druckende abgebrochen. Im Slicer einfach "Stop at height..." verwenden.


    Damit das später nicht mehr nach 3D-Druck aussieht, also alle Rillen verschwinden, habe ich das Motiv komplett mit Nigrin Feinspachtel überarbeitet.

    Cooles Zeug. Muss aber mit Maske verarbeitet werden.


    Das ist der 3D-Druck komplett eingespachtelt.


    Viel geschliffen und mit Skalpell etc geformt.

    Irgendwie weiß man nie, wann es fertig ist. Das ist der Master für die Abformung des teuren Silikons.


    Dann eine Gussform bauen. Ich verwende am liebsten Siebdruckplatten.


    Um sicherzustellen, dass man es auch wieder zerlegen kann, habe ich die Seitenteile mit Silikonband eingeklebt.


    Und mutig ran ans Werk:

  • Rundherum muss noch Sand. Die Flächen dann direkt mit Tee und Steinchen und dem Sand an sich etwas ausgetstalten.


    Dabei rieselt natürlich immer wieder Sand auf das schwarze Pigment.

    Den habe ich mit einem Sauger rausgezogen:


    Und das wird dann eingegossen:



    Einen Tag später dann entformt:





    Noch ganz frisch, daher noch viel zu dunkel.

    Nach 12 Stück sah das Silikon dann noch immer brauchbar aus:

  • Das dann 10x wiederholt.


    Dann nach dem trocknen mit der Nacharbeit gestartet:


    Und noch ein paar Tage ruhen lassen:


    Als kleines Extra habe ich noch Banderolen gemacht.

    Erst wollte ich einfachen Spannstoff nehmen, den man sonst zB unter Stühlen verwendet.
    Tja, war alle.
    Dann habe ich eine alte Jutetasche von Dawanda rausgekramt. Die Rückseite war zumindest nicht bedruckt.
    Zerschneiden und in Kaffee eingelegt. Gibt eben genau den gewünschten Sepiaton.
    Durch die Trocknung auf dem klassischen Rippenheizkörper sind dann noch Linien mit reingekommen.
    Normalerweise unschön, aber hier paßt das.

    Ein wenig gegoogelt, was man lateinisch verwenden könnte.
    Aliena (Fremd) rupti sund (platzen) imo pectore hostis (brustkorb) ... laut google Übersetzer deutsch->latein.
    Kann also auch totaler Unsinn sein.
    Personalisieren wäre auch noch fett.
    Durchnummerieren?! Und dann noch den Fundort durch die Zieladresse ersetzen.
    Wo bekomme ich die Längen- und Breitengrade her?
    Google-Maps ... Adresse eingeben .... rechte Maustaste auf dem Ziel ... "was ist hier" .... unten erscheinen die Werte.
    Die dann anklicken und man kann diese dann links im Fenster kopieren.


    Jetzt nicht durcheinander kommen. Liste machen, von allen, die eine haben wollen. Adressen und Nummern eintragen.

    Das ganze dann in CorelDraw gezeichnet. Text in Grafik umgewandelt. Etwas braun gefärbt. Effekt "Wasserfarbe" angewendet.
    Sieht am Monitor brauchbar aus. Egal. Hab eh nur einen Versuch.

    Gedruckt im UV Direktdruck auf einer SQS-Impala UV. Lächerlich kleine Fläche für den großen Drucker.
    24h trocknen lassen. Mit der Schere vorsichtig zuschneiden.

    "Gummiband mußt du aber annähen" (Arbeit abgegeben).




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    Und so habe ich dann auch per Zufall entschieden, wer welchen Guß bekommt.
    Alien gegriffen, Banderole blind gegriffen ... und verpackt.


    Viel Zeit damit verbracht. Und eine Menge gelernt.

    Silikon ist wirklich ein spannendes Material, welches ich sicher noch öfter verwenden werde.

    Teuer, ja, aber auch sehr vielseitig.

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